waldkirch. Es war eine Premiere: Die Oberstufenschulgemeinde Waldkirch-Bernhardzell sowie die Primarschulgemeinden Waldkirch und Bernhardzell luden zum erstenmal am gleichen Tag an den gleichen Ort zu ausserordentlichen Bürgerversammlungen ein. Ausserordentlich war auch das Thema des Abends: Es ging um die Einführung der Einheitsgemeinde und damit um die Auflösung der drei Schulgemeinden.
Mit ganz wenigen Ausnahmen stimmten die Waldkircher und Bernhardzeller den Inkorporationsvereinbarungen zu und machten damit den Weg frei für die Einführung der Einheitsgemeinde.
Draussen vor der Turnhalle Bünt fielen unzählige Schneeflocken leise vom Himmel, drinnen lauschten 143 Stimmberechtigte der drei Schulgemeinden aufmerksam den Voten der Schulpräsidenten. Remo Sieber begrüsste als Präsident der Oberstufenschulgemeinde die Waldkircher und Bernhardzeller zu den letzten, entscheidenden Bürgerversammlungen vor der Einführung der Einheitsgemeinde. August Ammann, Präsident der Primarschulgemeinde erläuterte die Inkorporationsvereinbarungen. Bis auf einen Punkt sind sie alle gleich. Jene der Primarschulgemeinde Bernhardzell hat einen Artikel mehr. In Artikel 3 ist folgendes festgeschrieben: «Der Schulstandort Bernhardzell mit öffentlicher Volksschule wird beibehalten.» Zu diesem Punkt wird Andreas Bolzern, Bernhardzeller Schulpräsident, etwas später während «seiner» Bürgerversammlung sagen, dass dieser Passus zum «dichten Sicherheitsnetz gehört, das für Bernhardzell gewoben wurde». Auch die Absicht, in den neuen Schulrat drei Vertreter aus dem Dorf Bernhardzell zu entsenden, gehöre zu diesem Netz.
Vorher aber erläuterte er jenen Teil der neuen Gemeindeordnung, der die Schule betrifft. Über diese werde an der ordentlichen Bürgerversammlung im März abgestimmt, sagte Bolzern.
Während der von den drei Schulratspräsidenten gemeinsam gestalteten Einführung und während den einzelnen Bürgerversammlungen gab es nur vereinzelte Voten. Die Waldkircher und Bernhardzeller scheinen zu wissen, was sie von der Einheitsgemeinde zu erwarten haben.
Als erstes genehmigten die Stimmberechtigten der Oberstufenschulgemeinde mit drei Gegenstimmen die Vereinbarung. Danach trennten sich die Wege der Bernhardzeller und Waldkircher Primarschulbürger. Die Waldkircher dislozierten in den abgetrennten Teil der Turnhalle. Sie brauchten gerade mal knapp fünf Minuten für ihre Versammlung. Kein Votum und drei Gegenstimmen – danach war die Sache klar. Der Waldkircher Schlussapplaus ertönte, während die Bernhardzeller noch ihren Geschäften nachgingen. Sie brauchten etwas länger, denn erstens nahm sich Schulpräsident Bolzern etwas Zeit, um nochmals auf die Bernhardzeller Besonderheiten hinzuweisen. Und zweitens gab es vereinzelte Voten. Ein Votant plädierte für den Status quo und lehnte dann konsequenterweise auch die Vereinbarung ab. Bei dieser Gegenstimme blieb es.
Nach etwas mehr als einer Stunde konnten die drei Schulpräsidenten das Apéro-Buffet in der Turnhalle Bünt eröffnen. Zufrieden über das Resultat des Abends stiessen die Waldkircher und Bernhardzeller auf einen guten Start der Einheitsgemeinde am 1. Januar 2011 an.
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